Die Stille durchbrechen – Den Widerstand organisieren

fight4afrin communique I – 14.03.18

“Es geht nicht darum, dem Opfer der Aggression Erfolg zu wünschen, sondern sein Schicksal zu teilen; man muss ihn in seinen Tod oder zum Sieg begleiten.”Che Guevara

54. Tag des Widerstandes. Unsere Freund*innen der YPJ und YPG versetzen den faschistischen Horden jeden Tag harte Schläge, die Bevölkerung Afrins weicht nicht zurück – es ist ihre Erde, ihre Gesellschaft und ihre Revolution die sie verteidigen. Dem Feind, der faschistische AKP/MHP-Regierung der Türkei und ihren barbarischen Bodentruppen ISIS und Al-Nusra gelingt der Vormarsch nur durch Massaker und den Einsatz modernster NATO-Technologie. Die Herrschenden dieser Welt beharren darauf sich der Revolution von Rojava zu entledigen und lassen ihre Bluthunde weiter gewähren. Seit 54 Tagen morden, vergewaltigen und zerstören die zweitgrößte Armee der NATO und islamistische Söldner mit der Billigung Russlands Afrin. Die Völker dieser Erde sind gegen den Krieg und die Unterstützung des türkischen Faschismus durch die internationale Staatengemeinschaft. Weltweit protestieren Millionen gegen dieses Unrecht. Doch während die Bomben und Gewehre in Afrin nicht ruhen und sich der Würgegriff des Faschismus immer enger um die Stadt zieht, werden die Nächte im Herzen der Bestie von Flammen der Solidarität erleuchtet.

Seit 54 Tagen tragen Menschen diesen Krieg zurück an die Orte, an dener er gebilligt, verschwiegen, unterstützt und ermöglicht wird. Bei mehr als 70 Aktionen in 9 verschiedenen Ländern wurden die Profiteure dieses Krieges, die Hetzer und geistigen Brandstifter zur Rechenschaft gezogen. Viele verschiedene revolutionäre Gruppen und Strukturen vollbringen ihre historischen Verantwortungen und haben sich unserem Aufruf angeschlossen und Aktionen ausgeführt, wir senden ihnen unsere feurigsten Grüße. Alleine seit dem ersten Aufruf der Kampagne fight4afrin wurden 22 Angriffe gegen faschistische Institutionen und deren Unterstützer ausgeführt. Regierungsparteien, NATO-Strukturen wie Polizei und Armee, Rüstungsfirmen und deren Finanzpartner waren Ziele dieser Taten: Brandanschläge gegen MIT-Agenten in Frankreich. Molotows gegen faschistische Propagandainstitutionen der DITIB sowie NATO-Armeefahrzeuge in Deutschland. Der Angriff auf das türkische Konsulat in Griechenland. Die Aktion gegen die italienische Waffenfirma Leonardo-Finmeccanica. Diese und viele andere Aktionen wie z. B. gegen das diesen Krieg ermöglichende Kapital wurden zum brennenden Salz in den von YPJ/YPG geschlagenen Wunden der Herrschenden.

Diese Aktionen waren Antworten auf den grausamen Vernichtungskrieg des türkischen Faschismus und seiner internationalen Helfer gegen die Bevölkerung und Revolution in Rojava. Wenn diese glauben, dass unsere Aktionen alleine von Kurd*innen gemacht wurden, dann liegen sie falsch. Wir bewerten den Versuch der Staaten und Medien die kurdische Diaspora für die bisherigen und zukünftigen Aktionen verantwortlich zu machen als den Versuch einen politischen Konflikt, den Kampf gegen den türkischen Faschismus auf einen ethnischen Konflikt zu reduzieren. Dies ist heuchlerisch und der Versuch Kurd*innen wieder einmal zu kriminalisieren. Die Revolution in Rojava entwickelt eine Alternative zu Kapitalismus, Patriarchat und Rassismus. Sie ist Ausdruck der Emanzipation einer Gesellschaft gegen Staat und Herrschaft. Diese Revolution ist nicht nur eine Revolution der Kurd*innen, sie ist die Revolution aller Menschen im Kampf für Freiheit und eine gerechte Welt. Deswegen haben wir uns dazu entschieden nicht nur gegen diesen Krieg zu protestieren, sondern ihn zu beenden.

Trotz des heldenhaften Widerstands der Bevölkerung von Afrin und der Verteidigungskräfte Rojavas ist es den faschistischen Truppen gelungen die Stadt Afrin zu umzingeln, sie drohen mit massiven Bombardements, dem Einmarsch und Massakern an Hunderttausenden. Dem werden wir nicht tatenlos zuschauen. Russland und die NATO, die USA und die europäischen Staaten, allen voran Deutschland tragen die Verantwortung für diesen Krieg und haben den Einfluss diesen Krieg zu beenden. Sollte dies nicht passieren werden wir unsere Aktionen fortsetzen.

Sobald die erste türkische Fahne über Afrin weht, werden wir zu einer neuen Phase des Widerstandes übergehen. Sollten die faschistischen Truppen der AKP/MHP/ISIS/Al Nusra auch nur einen Fuß in die Stadt Afrin setzen, werden wir unsere weltweiten Aktionen qualitativ und quantitativ auf eine neue Stufe heben. Wir rufen Alle in Solidarität mit den Menschen in Afrin dazu auf, die bisherigen Aktionen in all ihrer Vielfältigkeit und Radikalität fortzuführen, zu intensivieren und für den Fall des Einmarsches in die Stadt alle notwendigen Vorbereitungen zu treffen.

Für die Herrschenden dieser Welt gibt es nur einen Weg uns aufzuhalten: Beendet die Angriffe auf Rojava, stoppt den Krieg in Afrin!

fight4afrin

14.03.2018